Gesellschaft
Vogel tot
Hungersnot
beenden.
Mit Waffen spielen
auf Menschen zielen
für kalten Sieg.
Faust erheben
Migranten erbeben
in blanker Angst.
Messer zücken
in den Rücken
mit trauriger Wut.
Hassende Worte
prallen auf die Pforte
des sanften Gemüts.
Strick aufhängen
in den Fängen
von Zerstörung und Scham.
Hände reichen
setzt ein Zeichen
für Liebe und Widerstand.
caro959 - 16. Mai, 23:24
Sonntag, 17. Juni 2012
Torten pranken auf den Tischen,
gewicht`ge Weiber rundherum,
die Hände nach den Gabeln fischend,
bringen sie die Stücke um.
Schmatzend grinsen sie sich an,
gewaltig glänzt die Sahne,
ob sie noch ein Stückchen kann?
Der Anblick die reinste Schikane.
Gestern gabs Hackbraten bei Liselott`,
ein Raunen lässt sich vernehmen,
schon wieder so verbrannt der Pott,
keine schaffts sich zu erheben.
Die Klunker so dick wie ihre Finger,
der Tisch schön anzusehen,
Der Gürtel schnürt ab ihre Dinger,
18 Uhr, Zeit Abendessen zu gehen.
caro959 - 17. Jun, 21:01
Sie schaut ihn durch das Fenster an,
sein Blick ist starr, die Augen müd`,
sie will das Fenster öffnen, doch kommt nicht ran,
da ist noch was, das in ihm glüht.
Sie reckt und streckt sich, den Griff als Ziel,
er sitzt nur da, auf seinem Stuhl,
von ihr vor seinem Fenster bemerkt er nicht viel.
Lange schon ist das Fenster geschlossen,
an Frischluft er sich nicht zu erinnern vermag,
zu viel hat er in den Wind geschossen,
sie klopft gegen die Scheibe, jeden Tag. - Bis sie verzagt.
Sie schaut ihn durch das Fenster an,
sein Blick ist starr, die Augen müd`,
sie wollte das Fenster öffnen, doch kam nicht ran,
da ist nichts mehr, das in ihm glüht.
caro959 - 7. Mai, 10:33
Bilder stehen auf dem Podest,
die alte Uhr tickt leis`im Takt,
der Sessel in geblümtem Muster,
das hier ist der letzte Akt.
Die Knochen schwer, ziehen sie zu Boden,
der Lebensstaub fast aufgebraucht.
Der Geist will mehr, will rennen, will toben,
doch seine Hülle: ausgelaugt.
Noch ein Mal auf der Bühne stehen,
den Schauort einfach wechseln,
vom Strand aus in die Ferne sehen,
gebannt von all den Rätseln.
Noch ein Mal durch die Straßen wetzen,
seine Hand spüren auf der Haut,
alles auf eine Karte setzen,
sie wettet, dass sie sich jetzt traut.
Ihr Blick wandert durchs helle Zimmer,
starr umklammert sie den Sessel.
Es klopft zur gleichen Zeit wie immer,
sie will sich erheben, doch sie scheint gefesselt.
Bilder stehen auf dem Podest,
die alte Uhr tickt leis`im Takt,
der Sessel in geblümtem Muster,
das hier, das ist der letzte Akt.
caro959 - 23. Apr, 13:32
Der Rücken schmerzt,
wie das Kaminfeuer glänzen die roten Striemen,
die roten Striemen auf ihrer Haut.
Eingebrannt durch den schwarzen Teufel,
geführt durch die Hand der schmerzenden Narben.
Und sie trägt Liebe und Schuld in ihren Augen.
Zu klein, um zu verstehen,
zu bedingungslos um zu widerstehen.
Seine Augen glänzen mit jedem Schlag,
die Zähne gefletscht wie ein bissiger Hund,
ein bissiger Hund, der kastriert wurde.
Und sie trägt Liebe und Schuld in ihren Augen.
Die blauen Male Zeugen der Rache,
des ermordeten Stolzes,
des weinenden kleinen Jungens.
Des kleinen Jungen, dessen Rechnung noch offen steht.
Und sie trägt Liebe und Schuld in ihren Augen.
Das kleine Mädchen, dessen Rechnung jetzt offen steht.
caro959 - 23. Apr, 13:27
Unzählige Risse zieren sein Gesicht,
sein Ausdruck zugewandt, doch müde.
Jeder Riss machte ihn ein Stück müder,
ein Stück müder und ein Stück hässlicher.
Unansehnlich für die meisten,
die meisten meiden seinen Anblick.
Er selbst schämt sich für die Risse,
für die tiefen Kerben in seiner Haut.
Er bemüht sich, sie zu verdecken,
doch sie zu verdecken scheint unmöglich.
Zu offensichtlich, zu tief,
zu kraftlos, zu müde.
Minderwertig, falsch, unverstanden,
er findet keinen Anker.
Wieder ein Riss mehr,
und wieder ein Stück hässlicher.
caro959 - 29. Okt, 09:52
Alt, ausgelaugt, gezeichnet
Eine Hülle seiner selbst.
Müde, triste, glasige Augen,
jeder Schritt fällt schwer.
Und doch kein Entkommen,
Selbstzerstörung Tag für Tag.
Schwach, erschöpft, gleichgültig,
der Lebenshunger schwindet.
Versucht, gelitten, gescheitert,
Geist und Körper hielten nicht stand.
Es gibt kein Entkommen,
Selbstzerstörung Tag für Tag.
Selbstzerstörung bis zum Tod.
caro959 - 21. Jul, 00:36
Liebe und Freude sind die Gefühle,
die dich retten vor innerer Kühle.
Teil` dein Glück und denk auch an andre,
sodass auch ein andrer mitdenkend handle.
Tu` auch einmal etwas ohne Nutzen für dich,
man wird es dir danken sicherlich.
Gönne auch andren ein gutes Los,
denn nur dann bist du wirklich groß.
Verletz` niemanden, sondern Acht` auf dein Wort,
dann wäre die Welt schon ein besserer Ort.
caro959 - 21. Jul, 00:32
Kälte, Dreck, Dunkelheit.
Die Waffe sein bester Freund,
ebenso sein schlimmster Feind.
Freiheit, Ruhm, Ehre,
das will er erreichen.
Erreichen mit Unterdrückung,
Macht und Gewalt.
Der Eine für die, die ihn lieben,
Einer für sein Vaterland.
Sie hat er zurückgelassen,
um für Es da zu sein.
Einsam, klein und verloren,
in der Masse der Helme.
Ständige Angst, ständige Vorsicht.
Furcht vor den Feinden,
Feinden, die sich wie er fürchten.
Schuss.
Einer ist gefallen, gestorben, ersetzt.
Der Eine lebt weiter, in den Herzen.
Unersetzlich.
caro959 - 21. Jul, 00:27
Sie steht vor mir,
unsicher schaut sie zu Boden,
die Finger nervös ineinander verhakt.
Ihr Gesicht bleich und aufgequollen.
Sie verlässt ihre Wohnung nicht mehr,
ist immer allein.
Ihr Zuhause gibt ihr Sicherheit,
die einzige Sicherheit.
Sie hat Angst vor Anderen,
Angst vor Bindungen,
Angst vor Nähe,
Nähe, die sie nie erfahren hat.
Sie hat verlernt zu leben,
verlernt zu genießen,
verlernt sich zu freuen.
Zu viele Risse auf ihrer Seele,
zu oft wurde sie verletzt.
Verletzt von den Menschen, die ihr wichtig waren.
Sie fühlte sich nie angenommen,
war immer ein lästiger Fremdkörper.
Nur weil sie anders war,
weil sie nicht so war wie man sie haben wollte.
Sie steht vor mir,
unsicher, ängstlich und klein.
Sie, die mir immer so unendlich stark erschien.
gewidmet: L. I.
caro959 - 21. Jul, 00:24