Freitag, 23. April 2010

Das Bewusstsein des Selbst

Nun sitz ich hier und versuche das Leere Blatt mit Text zu füllen. Doch was soll ich schreiben?
Etwas, was mich bewegt?
Etwas, was andere bewegt?
Doch was bewegt andere? Woher soll ich das wissen und warum sollte ich für andere schreiben?
Weil man das immer tut. Nie wird ausschließlich für sich selbst geschrieben. Selbst die intimsten Gedanken gelangen doch deshalb aufs Papier, weil der geheime Wunsch darin besteht, sie anderen mitzuteilen. Warum sonst schreibt man sie auf und behält sie nicht im Kopf oder vernichtet das Geschriebene wieder?
Ohne Anerkennung und Liebe anderer Menschen kann der Einzelne nicht existieren.
Als Kind sehnt er sich nach Liebe und Anerkennung der Eltern, malt ihnen Bilder, trainiert den Handstand, um schließlich den Satz "toll, das hast du gut gemacht" zu hören. Und wenn wir ehrlich sind, hört das Streben nach diesem Satz niemals auf.
Selbst als Erwachsener sehnt sich das Kind in uns immer noch nach diesem einen Satz, der(im besten Falle)das Selbstbild bestätigt und so das Bewusstsein zu uns selbst, das Selbstbewusstsein, herstellt.
Die Ironie liegt darin, dass das Selbstbewusstsein, also ganz klar eine Ich-Empfindung, ohne die Zustimmung anderer nicht existieren würde.
Wer sich vormacht sein Selbstbewusstsein ganz allein durch seine Taten, durch das, was er erreicht hat oder seine positive Gesinnung zu sich selbst, hergestellt zu haben, lebt ganz klar in einer Illusion. Zwar ist man es selbst, der etwas schafft/erreicht, doch wozu gibt es Siegerehrungen, Preisverleihungen, Vorlesungen? Weil der Mensch die Zustimmung anderer braucht, um sich selbst für etwas zu würdigen. Erst wenn wir die Zustimmung anderer Menschen für uns selbst oder unser Tun erhalten, lernen wir es und uns zu schätzen.
Im Grunde sind wir also alle kleine Kinder, die sich, nun nicht mehr ausschließlich nach der Aufmerksamkeit und Bestätigung der Eltern, sondern ebenfalls der Freunde, Partner, Kollegen sehnen.
In diesem Sinne - ihr wisst, was ihr zu tun habt. Gez.: Das kleine Mädchen in mir

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