Zerstört heimliches Begehren die Liebe? [Rezension Traumnovelle]
Arthur Schnitzler (1962 – 1931) wurde zeitlebens durch die Theorien Siegmund Freuds beeinflusst. Seine Werke beschäftigen sich hauptsächlich mit der Thematik des Traumes und des Unterbewusstseins. So auch sein Buch „Traumnovelle“, das sich auf anspruchsvolle Weise mit der Macht des Unterbewusstseins, der Träume, sowie den gesellschaftlichen und moralischen Schranken der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit beschäftigt. Im Mittelpunkt steht die Liebe zwischen Albertine und Fridolin, die durch diese Lebenseinflüsse eingeschränkt und gefährdet wird.
Durch die Offenbarung verbotener Begierde Albertines stürzt sich Fridolin in das Nachtleben Wiens und sucht das erotische Abenteuer. Er findet dies in verschiedenen Begegnungen, ohne jedoch seinem körperlichen Begehren nachzugeben. Albertine träumt, zur gleichen Zeit, vom Begehren anderer Männer und der Folterung ihres Mannes Fridolins. Letztendlich gestehen beide die Erlebnisse der Nacht und schaffen durch diese Ehrlichkeit eine starke emotionale Nähe.
Schnitzler beschäftigt sich in seinem Werk „Traumnovelle“ also mit einer Thematik, die jeden liebenden Menschen betrifft, jedoch bei vielen Schamgefühle und Verleumdung auszulösen vermag.
Kaum ein Liebender oder eine Liebende würde wohl freiwillig zugeben sexuelles Verlangen nach anderen Menschen zu haben oder jemals an der Liebe zu zweifeln. Jemanden zu lieben, bedeutet für die meisten ebenfalls absolute Treue. Heimlich davon zu träumen oder auch nur das Begehren zu verspüren sich anderen hinzugeben oder die geliebte Person leiden zu sehen, löst ein Gefühl des Verrats an eben dieser aus. Doch zerstört heimliches Begehren die Liebe? Schnitzler entgegnet dieser Frage mit einem klaren nein. In der „Traumnovelle“ zeigt er auf, dass dieses Begehren und auch das gemäßigte Zweifeln an der Liebe, in einem jeden Menschen vorhanden ist und sein darf. Macht einen Menschen nicht gerade diese Tatsache menschlich? Die Tatsache, dass er zweifelt, Verlangen hat und vor allem träumt und denkt?
Gedanken sind die einzigen Dinge im Leben, die wirklich uneingeschränkt und absolut frei sind. Gedanken können nicht kontrolliert, ausgehorcht oder mit einer Beschränkung oder einem Verbot versehen werden. Hat der Mensch nicht die Freiheit und das Recht sich wenigstens in seinen Gedanken über die moralischen und gesellschaftlichen Grenzen hinwegzusetzen, die er sonst nicht zu überschreiten wagt?
Schnitzler geht sogar noch einen Schritt weiter und vermittelt, dass gerade das vermeintlich „verbotene“ gedankliche Begehren der Liebe gut tut, indem man dies mit der geliebten Person teilt und so Nähe schafft.
Und gerade diese Nähe ist es doch, die die Liebe stark macht.
Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ gibt gelungen und auf anspruchsvolle Weise Einblick in das Unterbewusstsein und die Liebesbeziehungen des Menschen und regt zum Nachdenken über den eigenen Umgang mit dieser Thematik an.
Sollten Sie ein leichtes Buch zum schmökern suchen, würde ich Ihnen von der „Traumnovelle“ abraten, möchten Sie jedoch interessante Erkenntnisse gewinnen und sind bereit denkend zu lesen, würde ich Ihnen dieses Buch unbedingt empfehlen.
In Kooperation mit Kathi
Durch die Offenbarung verbotener Begierde Albertines stürzt sich Fridolin in das Nachtleben Wiens und sucht das erotische Abenteuer. Er findet dies in verschiedenen Begegnungen, ohne jedoch seinem körperlichen Begehren nachzugeben. Albertine träumt, zur gleichen Zeit, vom Begehren anderer Männer und der Folterung ihres Mannes Fridolins. Letztendlich gestehen beide die Erlebnisse der Nacht und schaffen durch diese Ehrlichkeit eine starke emotionale Nähe.
Schnitzler beschäftigt sich in seinem Werk „Traumnovelle“ also mit einer Thematik, die jeden liebenden Menschen betrifft, jedoch bei vielen Schamgefühle und Verleumdung auszulösen vermag.
Kaum ein Liebender oder eine Liebende würde wohl freiwillig zugeben sexuelles Verlangen nach anderen Menschen zu haben oder jemals an der Liebe zu zweifeln. Jemanden zu lieben, bedeutet für die meisten ebenfalls absolute Treue. Heimlich davon zu träumen oder auch nur das Begehren zu verspüren sich anderen hinzugeben oder die geliebte Person leiden zu sehen, löst ein Gefühl des Verrats an eben dieser aus. Doch zerstört heimliches Begehren die Liebe? Schnitzler entgegnet dieser Frage mit einem klaren nein. In der „Traumnovelle“ zeigt er auf, dass dieses Begehren und auch das gemäßigte Zweifeln an der Liebe, in einem jeden Menschen vorhanden ist und sein darf. Macht einen Menschen nicht gerade diese Tatsache menschlich? Die Tatsache, dass er zweifelt, Verlangen hat und vor allem träumt und denkt?
Gedanken sind die einzigen Dinge im Leben, die wirklich uneingeschränkt und absolut frei sind. Gedanken können nicht kontrolliert, ausgehorcht oder mit einer Beschränkung oder einem Verbot versehen werden. Hat der Mensch nicht die Freiheit und das Recht sich wenigstens in seinen Gedanken über die moralischen und gesellschaftlichen Grenzen hinwegzusetzen, die er sonst nicht zu überschreiten wagt?
Schnitzler geht sogar noch einen Schritt weiter und vermittelt, dass gerade das vermeintlich „verbotene“ gedankliche Begehren der Liebe gut tut, indem man dies mit der geliebten Person teilt und so Nähe schafft.
Und gerade diese Nähe ist es doch, die die Liebe stark macht.
Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ gibt gelungen und auf anspruchsvolle Weise Einblick in das Unterbewusstsein und die Liebesbeziehungen des Menschen und regt zum Nachdenken über den eigenen Umgang mit dieser Thematik an.
Sollten Sie ein leichtes Buch zum schmökern suchen, würde ich Ihnen von der „Traumnovelle“ abraten, möchten Sie jedoch interessante Erkenntnisse gewinnen und sind bereit denkend zu lesen, würde ich Ihnen dieses Buch unbedingt empfehlen.
In Kooperation mit Kathi
caro959 - 29. Jan, 14:52