Gefühlswelt

Dienstag, 21. Juli 2009

Zu viel

Zu viel geschrieben, zu viel versucht,
zu viel gelitten, zu viel getrunken.

Zu viele Gedanken verschwendet, zu lange gewartet,
zu viel verpasst.

Zu viel…

Von nichts zu viel und von allem zu wenig.

Sehnsucht

Nur einmal deine Lippen berühren,
dich mit allen Sinnen erleben,
die Augen schließen und dich einfach genießen.

Nur einmal deine zarte Hand an meiner Wange spüren,
dich mit Küssen bedecken,
die Augen schließen und dich bei mir wissen.

Nur einmal deinem Atem horchen,
dein schönes Gesicht eingehend betrachten,
die Augen schließen und deine Hand halten.

Dir nur einmal ganz nah sein,
nur ein einziges Mal.

Lauf in den Abgrund

Den Abgrund klar vor Augen,
sichtbar in entfernter Nähe.
Sichtbar und doch laufe ich,
laufe auf den Abgrund zu.
Komme ihm näher und näher.
Drehe mich nicht um,
drehe mich kein einziges Mal um.
Kein verschwendeter Blick zurück.
Auch bleibe ich nicht stehen,
zögere keine Sekunde.
Meine Beine erscheinen autonom.
Ich laufe einfach,
unaufhaltsam.
Laufe und laufe,
laufe dem Abgrund entgegen,
dem Abgrund in entfernter Nähe.

gewidmet: Godi

Gleichgültigkeit

Jedes Wort ein Stich,
ein Stich mitten ins Herz.
Ein Stich mit einem scharfen, spitzen Messer.
Mein Herz stirbt.
Mit jedem Stich stirbt es ein Stück mehr.
Jegliche Emotionen werden getötet,
Liebe und Wärme schwinden.
Mein Herz blutet,
übersäht von Rissen und Löchern.

Gewalt

Sie schlug mich. Sie schlug mich so hart wie mich noch nie zuvor jemand geschlagen hatte.
Die Verletzungen waren schwer, sehr schwer, unermesslich schwer.
Die schwersten, die ich je erlitten habe.
Sie würden nicht heilen, nie mehr heilen, nie mehr.
Ich konnte nicht kämpfen, ich war zu schwach.
Zu hart hatte sie zugeschlagen, zu erbarmungslos.
Ich erlag meinen Verletzungen.
Ich war tot.
Doch ich erstand wieder auf.
Die tiefen, schmerzhaften Wunden begannen zu heilen, langsam, ganz langsam zu heilen.
Es entstanden Narben, hässliche Narben, ich war entstellt.
Ich hasste sie, ich hasste sie abgrundtief.
Doch mit der Zeit verblassten die Narben, mit der Zeit verblassten sie immer mehr.
Heute sind sie kaum noch zu sehen. Heute, ja heute bin ich wieder schön.
Geheilt. Geheilt von den grausamsten Verletzungen, dem grausamsten Schmerz, den ich je erfahren habe.
Ich hasse sie nicht mehr. Nein. Ich liebe sie. Ich liebe sie für die Zeit, die sie mir gab, bevor sie mich verletzte.

gewidmet: Marie

Durst

Leere, die nicht zu Füllen erscheint.
Begierde, die sich nicht stillen lässt.

Durst.
Durst nach dir.

Verlangen, das stetig nach mehr verlangt.
Schmerz, Schmerz, der nicht enden will.

Durst.
Durst nach dir.

Einsamkeit, die nicht beendbar erscheint.
Reue, die mich nah an den Abgrund treibt.

Durst.
Durst nach dir.

Du

Tausend Schmetterlinge schießen durch meinen Bauch,
wenn Du denn Raum betrittst.
… wenn Du lächelst, steht die Zeit still.
Du hast keine Ahnung wie unglaublich schön Du bist.

Ich spüre einen Schauer über meinen Rücken fließen,
wenn Du mich ansiehst.
… wenn Du lächelst, geht die Sonne auf.
Du hast keine Ahnung wie unglaublich schön Du bist.

Mir wird heiß und kalt,
wenn ich dich berühre.
… wenn Du lächelst, weiß ich nicht mehr, wer ich bin.
Du hast keine Ahnung wie unglaublich schön Du bist.

Ich vergesse alles um mich herum,
wenn Du sprichst.
… wenn du lächelst, will ich nirgendwo anders sein.
Du hast keine Ahnung wie unglaublich schön Du bist.

Ich bin abgrundtief fasziniert,
wenn Du einfach nur bist wie Du bist.
… wenn Du lächelst, will ich dich küssen.
Du hast keine Ahnung wie unglaublich schön Du bist.

Du in mir

Mein Herz vernarbt durch ewige Stiche,
umhüllt von einem sicheren Saum.
Einem Saum zur Abwehr.
Nichts vermochte ihn zu zerstören.
Mein Herz so unverletzlich, stark und sicher.
Doch auch unglaublich sehnsüchtig,
sehnsüchtig nach Wärme und Geborgenheit.
Doch der Saum hielt zuverlässig.
Niemand vermochte ihn zu durchdringen,
niemand vermochte mein Herz zu befreien.
Ein Moment, ein Lächeln, ein Wort.
Mein Herz umgeben von Wärme,
Wärme, die angriff.
Der Saum begann sich zu lösen,
langsam aber sicher immer weiter zu lösen.
Jetzt liegt mein Herz frei.
Verletzbar, berührbar, greifbar.
Deine Art, dein Irrsinn, deine Intelligenz.
Deine Augen, dein Lachen, deine Küsse.
Du.
Du hast meinem Herz seinen Schutz genommen,
Du hast es erhellt und es belebt,
Du lässt mich mein Herz wieder spüren.

gewidmet: Sina

Die eine Hand

Ich gehe über eine Blumenwiese,
mein Auge erblickt Schönheit und Wärme.
Das weiche Gras umgibt meine Zehen,
Wohligkeit strömt durch meine Seele.

Viele Hände strecken sich mir entgegen,
einzig eine greift nicht nach mir,
doch sie ist da,
da in greifbarer Nähe.

Ich spüre die Dornen der Rosen,
der Rosen, die sich in der Blumenwiese versteckten.
Die Dornen stechen,
meine Finger bluten.

Weniger Hände strecken sich mir entgegen,
einige haben sich abgewandt.
Einzig eine berührt mich,
legt sich beruhigend auf meine Schulter.

Ich komme an einen Fluss,
über den Fluss führt eine Brücke.
Die Brücke ist brüchig und alt.
Ich habe Angst einzubrechen.

Wenige Hände strecken sich mir entgegen,
die meisten haben sich abgewandt.
Einzig eine ergreift die meine,
ergreift die meine und geht mit mir.

Ich überquere die Brücke,
der Weg ist schwer und ich stürze oft,
doch ich schaffe es ans andere Ufer.

Ich bin schwach, komm auf Knien nur noch vorwärts,
ich bin verletzt, ich blute, ich habe keine Kraft.
Keine Kraft aufzustehen.

Keine Hände strecken sich mir entgegen,
alle haben sich abgewandt.
Einzig eine ist noch da,
sie packt mich am Kragen und richtet mich auf.

Die eine Hand, die mich immer begleitet.
Immer begleitet, egal wohin ich geh.

gewidmet: Denise

Montag, 20. Juli 2009

Abhängigkeit

Ein Magnet, der mich anzieht,
anzieht wie Tonnen Metall.
Aus eigener Kraft komm ich nicht von ihm los,
kann mich nicht wehren.
Unmöglich.
Kein Entkommen.
Dumm, unterlegen, naiv.
Der Magnet spielt mit mir,
zieht mich dicht an sich,
dann stößt er mich wieder davon.
Er hat die Macht,
er hat die Kontrolle.
Kontrolle über meine Gedanken,
Kontrolle über mein Herz,
Kontrolle über mein Sein.

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